Großflächige Pistensanierung am Flughafen Wien

Die Pistensanierung des Wiener Flughafens verlangte eine präzise Projektabwicklung. 
Mit dem Logistikmonitor von hiQ solutions wurden die Abläufe gesteuert.

Arbeiten unter hohem Zeitdruck

600 Starts und Landungen pro Tag bewältigt der Vienna Airport derzeit mit nur zwei Pisten. Vor rund 20 Jahren wurde die Deckschicht der Piste 11/29 das letzte Mal großflächig saniert. Aus Sicherheitsgründen war es nun notwendig, die Oberfläche der Piste zu erneuern.

Was war zu tun? Auf 210.000 m² Fläche musste der Belag der 3.500 m langen Piste abgefräst und durch eine neue Asphaltschicht ersetzt werden.

Wie auch bei Straßenbaustellen war Rücksicht auf das Verkehrsaufkommen geboten. Die Erneuerung der Asphaltschicht verlangte also höchst exaktes Vorgehen: Beste Oberflächenbeschaffenheit, beste Materialqualität und exakte Einhaltung von Zeitplänen. Die Verletzung einer dieser Ansprüche war mit hohen Vertragsstrafen belegt. Zu koordinieren waren bis zu 11 Asphaltfräsen, 130 LKW, 6 Mischwerke, 14 Asphaltfertiger und 28 Walzen.

 

Herausforderung gemeistert

Bei Flugbetrieb in den Tagesstunden wurde in den Nächten und an Wochenenden während der mehrwöchigen Bauzeit die gesamte Rollbahn erneuert. Alle, die die engen Zeitfenster im heutigen Flugverkehr kennen, wissen: Da darf nichts schief gehen. Denn um 7.00 Uhr morgens müssen die Flugzeuge wieder starten und landen, sonst können die Flugpläne nicht eingehalten werden und das hätte massive Auswirkungen auf die Passagiere. Verzögerungen oder gar Unterbrechungen der Arbeitsphasen wären daher fatal und waren mit hohen Pönalen belegt.

  

 

 

Dieses logistisch herausfordernde Projekt konnte mit Hilfe modernster Hard- und Software unter Einhaltung der Fristen verwirklicht werden. Mittels GPS und Telematikdaten wurden die Baugeräte, Mischanlagen und LKWs koordiniert. Hard- und Software dazu stammen aus einer Kooperation der Firmen Batsch Waagen & EDV und hiQ solutions, einem Wiener Unternehmen, das auf Prozessoptimierung im Baugewerbe spezialisiert ist.

„Dieses Projekt war natürlich eine Herausforderung“, erklärt Simon Martin Künz, Geschäftsführer von hiQ solutions. „Alleine 200 Geräte mit Smartphones zu bestücken und die Fahrer einzuschulen, erforderte eine klare Planung und schlanke Kommunikation. Für den Einsatz auf Baustellen brauchten wir robuste und zuverlässige Endgeräte. Konfigurieren und installieren der App waren die nächsten Arbeitsschritte. Trotz 200 Endgeräten war dies durch automatische Abläufe kein Problem. Für den Einsatz unserer Produkte auf Baustellen brauchten wir robuste Endgeräte, und vor allem ein zuverlässiges Mobilfunknetz. Darum setzten wir auf das auf das Samsung Galaxy Xcover 3 sowie das Netz A1 und dem Team M2M - Machine-to-Machine.

Das eigentlich Aufwändige, die laufende Überwachung und dynamische Steuerung, unterstützte dann die Software von selbst. Denn es galt, die bis zu sechs involvierten Asphaltmischwerke (95.000 t Mischgut) und den Abtransport des Fräsgutes in Kombination mit hunderten LKW-Umlaufzeiten so zu steuern, dass die Baustelle im Minutenabstand versorgt wurde.“

Daher setzte der Flughafen Wien auf namhafte Bauunternehmungen (Pittel+Brausewetter, TEERAG-ASDAG, STRABAG, HABAU) und diese auf hiQ solutions, ein Unternehmen, das bereits über 2.500 Bauvorhaben mit ihren Prozessoptimierungstools unterstützt hat. „Bei Bauprojekten, unterstützt durch Industrie 4.0 Technologien wie diesem, gibt es in zwei Bereichen Herausforderungen“, erzählt Frederik Tengg, Co-Geschäftsführer von hiQ solutions. „Zum einen die Bereitstellung des IT-technischen Know-hows - in unserem Falle ein System aus Hard- und Software, Telematik und cloud computing. Zum anderen gilt es aber auch die Akzeptanz der Anwender sicherzustellen. Es ist dann schön zu sehen, dass alles funktioniert wie ein Uhrwerk.“

Der eigentliche Bauablauf ist schnell beschrieben: Zuerst musste die alte Oberfläche abschnittsweise abgefräst und diese Bereiche danach gründlich gereinigt werden. Ein anschließend aufgebrachtes Vorspritzmittel verbindet den Untergrund und den neuen Asphaltbelag. Die Asphaltmischwerke produzierten die rund 95.000 Tonnen Asphalt, die von einem Heer an LKW zum Flughafen transportiert wurden. Noch einmal Frederik Tengg: „Ein wichtiger Punkt für die Qualität ist, dass sich die Asphaltfertiger konstant bewegen können. Doch das alleine reicht nicht, denn alle an der Baustelle Beteiligten tragen zur Qualität bei. Genauso entscheidend ist, dass die Walzen die optimale Asphalttemperatur vorfinden, um die korrekte Verdichtung des Belages herstellen zu können. Daher berechnet unser System genau abgestimmte Umlaufzeiten der LKW, da eventuelle Steh-, Pausen- oder Wartezeiten auch Temperaturschwankungen und damit verbunden mögliche Qualitätseinbußen bedeuten. Abweichungen werden automatisch berücksichtigt und in Echtzeit dynamische Anpassungen vorgenommen.

Durch den enormen Einsatz von technischem Gerät und unserer Industrie 4.0-Lösung, konnte so die gesamte Piste und Nebenflächen zeitgerecht in 30 Nächten sowie an 6 Wochenenden erneuert werden, ohne den Flugbetrieb wesentlich zu beeinflussen. Auch die Kommunikation zwischen Bauleitung und den operativ Beteiligten wurde durch die eingesetzten Systeme einfach und effektiv.

Von Jahr zu Jahr steigen die Frequenzzahlen des Vienna International Airports. 2015 waren es 22,8 Mio. Passagiere und 226.800 Flugbewegungen. Die wenigsten der Reisenden wissen, welcher Aufwand in der Erhaltung der Infrastruktur steckt. Modernste Technologien, wie die von hiQ solutions, werden eingesetzt um notwendige Baumaßnahmen optimiert und effizient abzuwickeln.

"Erfahrung macht einen großen Teil des Erfolges aus,

doch die heute verfügbaren Technologien schaffen neue Wege

zu Optimierung und Echtzeitsteuerung.

Die vernetzten Systeme von hiQ haben unsere Mitarbeiter

auch bei diesem außergewöhnlichen Projekt maßgeblich unterstützt."

(Ing. Peter Wagenhofer; ARGE VIE Pistensanierung 11/29-2016 - Techn. Geschäftsführung)